Instrumente
 

Schallstücke

Die Schallstücke für Ricco Kühn Hörner werden auf eigenen Formen, handgehämmert aus einem Zuschnitt oder angesetzt mit gedrückten Bechern, hergestellt.

Die Herstellung aus einem Zuschnitt ist aufwendiger und erfordert sehr viel Erfahrung. Die Wandungsdicke des fertigen Schallbechers im Bereich des Schallrandes ist dünner und der gesamte Becher je nach Fertigung meist härter als bei zusammengesetzten Schallstücken mit gedrückten Bechern.

Bei gleichem Material und gleicher Schallstückweite haben Hörner mit handgehämmerten Schallstücken eine etwas leichtere Ansprache, reagieren sensibler, klingen allerdings im ff etwas heller. Hörner mit gedrücktem Becher haben einen etwas höheren aber angenehmen Widerstand, der Klang ist massiger und im ff stabiler.

Je nach Modell und Schallstückweite haben beide Fertigungsmethoden spezielle Vorteile.

Für einige Modelle sind Schallstücke mit eingesetztem Zwickel lieferbar. Diese noch aufwendigere Technologie ermöglicht die Herstellung handgehämmerter Schallstücke mit fast gleicher Wandungsdicke bis zum Rand. So ist es möglich sehr dünnwandig zu bauen und trotzdem klangliche Stabilität im ff zu behalten.

Wir verfügen über 3 verschiedene Schallstückweiten, die je nach Modell in unterschiedlichen Wandungsdicken und Ausführungen eigesetzt werden.

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Die Weite M ist in der Schallstückform den im deutschen Raum häufig verwendeten Hornmodellen sehr ähnlich und entspricht in der Weite eigentlich einem ML Schall.

Im Unterschied zu unserem aktuellen ML Schallstück ist jedoch der Zuschnitt etwas enger im Schaft und hat einen weniger geschweiften Becherverlauf. 

Das M- Schallstück wird aktuell für das neue W 273, das B/ hochF- Diskantdoppelhorn W 313X, und unser Kinderhorn W 113 verwendet, auf Wunsch auch für das W 293, für Tripelhörner und B- Hörner.

Die Weite ML wurde für die meisten Ricco Kühn Hörner bisher verwendet. Die Weite und Becherform entspricht dem aktuellen Kenntnisstand. Im Design auch etwas in Richtung weites Wiener Horn, ist es in puncto Ansprache, eigenes Spielgefühl und klangliche Tragfähigkeit im Raum eine wirklich gelungene Konstruktion.

Man erreicht sowohl eine leichte offene Ansprache über alle Lagen als auch einen sicher zentrierten Ton im Grenzbereich. Klanglich ist diese Schallstückweite je nach Modell fast universell einsetzbar. In der Weite ML stehen die meisten Varianten zur Verfügung. Als Standard werden gedrückte Becher in 2 Wandungsdicken verwendet. Optional gibt es handgehämmerte Becher mit Lötnaht, Becher mit Kranz, sowie ganze Schallstücke mit Zwickel.

originale Schallstückform der Reißmann/ Börner- Modelle

Im Design entspricht diese Form einer weit gebaute Wiener Form oder den späteren böhmischen Modellen. Im Gegensatz zu amerikanischen L- Schallstücken ist der Schaft sehr weit, der Becher jedoch schlanker gebaut. Der Klang ist fantastisch in der tiefen Lage und Mittellage. In der obere Lage ist die Ansprache auch sehr leicht, der Ton zentriert, die Intonation reagiert jedoch sensibler auf die Handhaltung. Aktuell wird die Weite L nur in das W 293-L Modell „Reißmann“ eingebaut.  

 
 

Ventile / Mechanik

Alle Ricco Kühn Modelle werden mit Ventilsätzen der Firma Meinlschmidt gebaut. In jahrelanger Zusammenarbeit konnten die für jedes Modell genau abgestimmten Maschinen optimiert werden.Speziell die Maschinen für unsere „Custom“- Modelle sind teilweise sehr aufwändig konstruiert. Zahlreiche Innovationen die kleinen leichten Umschaltventile mit vollem Rohrquerschnitt, spezielle Luftgänge für die Tripelhornventile, leichte und trotzdem sehr stabile Mechaniken und nicht zuletzt die Schmierrille, sind Ergebnis dieses intensiven Kontaktes.

Für einige Hornmodelle verwenden wir immer noch Schnurmechaniken. Obwohl moderne Doppelminibal- Mechaniken sehr genau und spielfrei arbeiten, spricht immer noch Einiges für Schurmechanik. Folgende Punkte sind dabei interessant:

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Vorteile: gleichmäßiger Druck über den gesamten Weg, keine mechanischen Geräusche wenn Schnur fest ist, Drückerhöhe einfach einstellbar

Nachteile: Schnuren benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit, man sollte die Schnuren in gewissen Abständen erneuern ( mind. 1x jährlich, aber spätestens wenn Verschleiß sichtbar wird, bei lockeren Schnuren indirekter Druck, Schnurschubstangen benötigen etwas mehr Platz im Horn

Vorteile: mechanisch sehr robust, kaum Verschleiß, mit dem richtigen Öl keine mechanischen Geräusche, man benötigt weniger Platz im Horn

Nachteile: Druck ist etwas härter aber sehr direkt, Drückerhöhe ist durch die Länge der Schubstangen festgelegt, benötigen etwas Öl

 
 

Ventilzüge

Die Rohrverlängerungen an den Ventilen sind wie im Hornbau üblich, etwas kürzer gebaut. Abhängig von der Position der Hand im Schallstück und individuellen Gewohnheiten gibt es keine absolut richtige Länge der Ventilzüge.

Als Richtmaß für die Züge können folgende Werte gelten (443Hz bei 20°):

Hauptstimmzüge B/F-Horn

1,0 cm

Stimmzüge hoch F / hoch Es

0,5 cm

Zusatzstimmzug B/F-Horn

0,5 cm

Ventilzüge B-Horn

0,5 cm

Ventilzüge F-Horn

1,0 cm

Ventilzüge hoch F-Horn

0,3 cm